Featuring:
Recorded at Studio Rivbea, 24 Bond Street, New York:
Ulrich Steinmetzger - Jazz Podium
Weil er dessen Intensität folgen konnte, war er der bevorzugte Altsaxophonist von Cecil Taylor. Jimmy Lyons (1932–1986) öff- nete in seinem weit ausholen- den Spiel die Errungenschaften Charlie Parkers für modernere Spielweisen. Lyons’ Druck, enge Verschränktheit der Ak- teure, Dynamik und pfeilschnel- le Aktionen bestimmen die hier dokumentierten Auftritte aus den Jahren 1974 und 1976 im
New Yorker Loft des Ehepaars Bea und Sam Rivers, Studio Rivbea genannt. Es sind zwei je knapp halbstündige Lyons- Stücke, das erste mit Lyons’
Frau Karen Borca als gleicher- maßen äußerst bemerkenswerte wie seltene Solistin am Fagott in großartiger Korrespondenz vor Bass (Hayes Burnett) und Drums (Henry Letcher), das zweite im Trio ohne sie und statt Letcher mit Syd Smart an den Drums. Am Lyons’ Spiel besticht die Mischung aus Disziplin und Spontaneität, er zeigt sich auch an dieser Stelle als eine Schlüsselfigur in den Zeiten der Konsolidierung des Free Jazz. Lyons’ Hinterlassen- schaft als Bandleader ist ver- gleichsweise schmal, weswegen die Veröffentlichung dieser Archiv-Konzerte eine editori- sche Großtat ist